Fotos: Dr. Karin Rasmussen, Saskia-Marjanna Schulz, Alexandra Gräfin Dohna

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Posts mit dem Label Dr. Karin Rasmussen und Lilli Cremer-Altgeld diskutieren auf dieser Seite über die Welt der Hochbegabung. werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Sonntag, 14. April 2013

Das „Muster“ Bismarck?


Liebe Lilli, sei herzlich gegrüßt!

Du hast mir mit Deinen Ostergrüßen eine große Freude und viele Gedanken gebracht. Ich hatte gleich so viele Anregungen, dass die Pause in unserem Briefwechsel beinahe zwingend war.  

Und das schlechte Osterwetter bot ja auch genügend Gelegenheit zum stillen Verweilen zuhause. Doch nun will es endlich Frühling werden, die Osterfeiertage mit ihren vielen verschiedenen Höhepunkten sind vorbei, der neue Papst füllt nicht mehr jeden Tag die Titelseiten und die Eurokrise hat auch kaum noch Neuigkeitswert – dafür hat uns der Alltag wieder. Ran an die Arbeit:  wie versprochen setzten wir unseren Gedankenaustausch für unsere Leser fort.

Du erinnerst an Bismarck (1815-1898) und zeichnest in einem kurzen Bogen sein Leben: „Zuerst Hingabe an die Neigung. Dann erwachten Berufungen und Begabungen. Die Pflicht übernahm die Führung mit der Selbstdisziplin. Kriege und Siege. Schaffung des Deutschen Reiches. Ein leichter Weg für den klugen Kopf? Keineswegs. Es war ein täglicher Kampf. Bismarcks Selbsterkenntnis: „Ich bin stark (…) Aber schauen Sie nicht, wie es in mir aussieht: Das ist die Hölle.“ (1)

Nun ist gerade Margaret Thatchers Tod für mich ein Anlass über die Frage nachzudenken, ob Bismarcks Leben und Haltung nicht so etwas wie ein Muster enthält? Ob nicht vielleicht die „Eiserne Lady“ so genannt wurde, weil sie die weibliche Variante dieses Musters war? (2)

Beide haben politische Geschichte geschrieben, beide sind historische Persönlichkeiten und werden kaum in ihrer Individualität wahrgenommen als „Mensch wie Du und ich“. Beide hatten als einzelne Person überragenden Einfluss auf Regierungen, Staaten, Gesellschaften.

Und doch: Bis hin zum Gesichtsausdruck scheint es menschliche Gemeinsamkeiten zwischen beiden zu geben. Und auch wenn ich mir der großen politischen und historischen Unterschiede (3) ihrer beider Biografien bewusst bin: Sie wirken auf mich wie aus dem gleichen Holz geschnitzt.

Und dazu gehört auch, dass sie kaum - wenn überhaupt dann nur im engsten, vertrauten Kreise und sehr allgemein -  über ihre inneren Zweifel oder Qualen gesprochen haben.

Brauchten sie keine „Hilfe“? Probleme, Leid und Schmerz hatten sie doch auch? Oder hatten sie ganz selbstverständlich immer Helfer um sich, die ihnen die Kraft und auch mal den entscheidenden Rat zur Überwindung ihrer schweren Stunden geben konnten? Aus Bismarcks „… aber schauen Sie nicht, wie es in mir aussieht: Das ist die Hölle…“ (4) geht ja schon hervor, dass er das Schwinden seiner Kräfte wohl bemerkte. Und dass er es schlecht ertragen konnte.  

Über beide Persönlichkeiten gingen und gehen auch heute noch die Meinungen quer durch alle Bevölkerungs- und Bildungsschichten weit auseinander. (5)  Das wussten sie, sie wurden ja ständig damit konfrontiert. Warum schraken sie nicht zurück? Warum gaben sie nicht auf, um endlich den ständigen Vorwürfen zu entrinnen? Oft war ja schon nicht mehr nur Kritik im Spiel, häufig war es auch Hass und manchmal Schlimmeres. Wie trist und sinnlos muss ihnen ihr anstrengendes, weil hochdiszipliniertes Arbeitsleben an manchen Tagen erschienen sein. Denn die von ihnen gewollten Erfolge waren oft noch nicht mal im Keim angelegt, wenn sie ihre politischen Entscheidungen treffen mussten. Sie konnten nie wirklich sicher sein, dass sie für diese Entscheidungen Anerkennung und Zustimmung bekommen würden. Was müssen sie gelitten haben!



FOTO: DR. KARIN RASMUSSEN



Wir wissen heute: das Erleben von Ausgrenzung, Ablehnung und Bestrafung aktiviert genau dieselben Nervennetze im Gehirn, wie körperlicher Schmerz. (6) Es tut nicht nur in der Einbildung weh, wenn wir zurückgestoßen werden. Aber wir können es ja auch nicht verhindern. Es passiert – ob wir es nun verstehen oder nicht!

Also: Haltung!? Wie’s in mir drinnen aussieht, geht keinen etwas an? Den Schmerz und das Leiden nicht zeigen? Denn wenn ich erkennen lasse, dass ich Schwächen habe, was passiert dann?

Du wirst lachen: Eine aus meiner Sicht passende Erklärung fand ich ausgerechnet bei einem schwedischen Krimi-Autor (ja, ich lese zur Entspannung gerne Kriminalromane und die guten davon bieten immer mal wieder solche passenden Bonmots zu unserem Thema): „Wir werden nicht für Worte zur Rechenschaft gezogen, ich begreife nicht so recht, warum wir uns ständig in deren schützende Obhut flüchten. Warum wagen wir es nicht, in Schweigen und unseren Gedanken zu ruhen? In den Momenten und Zeiten, in denen wir unseren Handlungen nicht das richtige Gewicht und ihre wahre Bedeutung beimessen, zerstören wir unser Leben, das ist nichts Neues, aber es würde zweifellos alles anders aussehen, wenn wir uns mehr Zeit für Stille und Nachdenken gönnten.“ (7)

Von Bismarck ist anzunehmen, er verstand seine Neigung als Pflicht. Vielleicht gibt es auch die Umkehrung: Die Neigung zur Pflicht. Ist es vielleicht genau diese innere Haltung „ich will eine nützliche, sinnvolle, für die Gesellschaft wertvolle Aufgabe erfüllen, weil ich es für meine Verantwortung halte“? Meine Coachees klagen oft darüber, dass sie genau diese innere Haltung haben – sie aber nicht realisieren können! Sie fühlen eine besondere Schwierigkeit, dieses hohe Ziel zu verwirklichen. Scheinbar ist daran niemand interessiert, außer sie selbst?

Du schreibst: “Wir denken oft, dass es die besonders Erfolgreichen leichter haben mit dem Erfolg.“  Ja, diese Vorstellung ist weit verbreitet. Von „… die kriegen ja auch eine Menge Geld dafür…“ bis …“die müssen ja nicht, aber wenn sie nun mal so scharf auf die Macht sind…“ reichen die Vor-Verurteilungen und Ablehnungen, wenn es um Politiker oder Führungskräfte geht. Sie werden sogar wie Schopenhauer es beschreibt, zur Schauspielerei für verpflichtet gehalten: „Das Spiel lehrt Contenance zu halten, indem man zum schlechten Spiel eine heitere Miene aufsetzt.“ (8)

Wer kehrt sich schon um deren Sorgen? Und unsere Hochbegabten – leider werden sie häufig genau so betrachtet. Sie sind ja scheinbar von der Natur bevorzugt, warum sollten sie dann auch noch besonders viel Zuwendung von den normalen Menschen bekommen? Mögen sie doch endlich aufhören zu jammern, und etwas mehr Haltung zeigen!
Doch das tun sie nicht. Sie tun, was scheinbar alle tun. Es ist, wie Du schreibst: „Man outet sich zusehends. Mit seiner Krankheit, seinem Leid, seiner Sexualität. Immer öfter gilt: Man will sich auch in schwierigen Situationen mitteilen. Isolationen aufbrechen und mutig kommunizieren, was einst unter der Decke gehalten wurde. Und so erkennen wir, dass wohl alle Menschen Probleme haben. Nur: die einen können damit besser umgehen als die anderen. Die einen lassen Hilfe zu – die anderen meinen das selbst schaffen zu müssen.“

Ich glaube, das ist nicht nur für Hochbegabte typisch. Diejenigen, die auf Pflicht, Verantwortung und Leistung orientiert sind, nehmen auch Schwierigkeiten auf sich. Sie möchten nicht nur mitteilen, dass es Probleme gibt. Nein, sie möchten sich austauschen und in die Suche nach Lösungen auch andere einbeziehen. Sie fragen vielleicht nicht nach Hilfe, sondern nur nach Verständnis, nach Anregungen. Oder sie wünschen sich Ermutigung statt Ablehnung. Und ganz natürlicherweise  sehnen sie sich nach Wegbegleitern, wenn auch vielleicht nur für eine Etappe des Weges. Doch diese Wegbegleiter finden sich nicht so ohne Weiteres.

Denn die Wege, auf denen Hochbegabte die Welt zum Besseren verwandeln wollen, sind in aller Regel keine ausgetretenen, wohlbegrenzten und schön gepflasterten Pfade. Allein die Vorstellung davon verursacht manchem schon eine gruselige Gänsehaut. Zumindest haben Hochbegabte häufig keine Lust, im allgemeinen Strom mitzuschwimmen. Also bleiben sie unverstanden, abgewiesen, einsam.
Da ich gerade auf den Spuren von Margaret Thatcher denke: „Folge nie der Menge, nur weil du Angst hast, anders zu sein.“ (9)


FOTO: DR. KARIN RASMUSSEN




Ich bin begeistert davon, wie Du diese Situation auch für die Emanzipation der Frauen abbildest. Ähnliche Wertewandel sehen wir, wenn es um die Gleichstellung von Homosexuellen geht, um Rassengleichheit oder generell um soziale Gerechtigkeit – alles Gebiete, auf denen hervorragende Persönlichkeiten durch lange Kämpfe gegangen sind. Mit Ihnen jedoch gingen, anfangs zögerlich und dann Schritt für Schritt immer mehr zuerst unbemerkte, namenlose, aber durch das Vorbild ermutigte Gefährten. Erst im Nachhinein wurden die „Vorkämpfer“ gewürdigt – für den Erfolg, nicht für das Ertragen von Schmerz und Einsamkeit.  Und was das Thema Hochbegabung betrifft, vollzieht sich bei uns ja auch so einiges. Die von Dir erwähnte technische Revolution, die Globalisierung und nicht zuletzt auch der demografische Wandel führen zu mehr Achtung vor geistigen Ressourcen. Auch das hat die eiserne Lady ihren Widersachern deutlich vor Augen gehalten: "Ich habe Chancen und Anreize geschaffen. Wenn wir es nicht schaffen, die Tüchtigen anzulocken und sie zum Bleiben in unserem Land zu bewegen, dann haben wir auch nicht den Motor, der den Rest von uns mit nach oben zieht.“ (10)

Die allgemeine Akzeptanz nimmt also langsam zu. Nur: Es geht wirklich langsam. Und für manchen von uns geht es gefühlt einfach viel zu langsam. Da kommt gelegentlich Verzweiflung über die Einsamkeit auf. Da wächst der Wunsch, verständnisvolle Gesprächspartner oder gar Wegbegleiter zu finden, fast zur verzweifelten Suche an. Und dann kann es passieren, dass man im Übermaß der empfundenen Verlassenheit die Schleusen öffnet, den Strom der Klagen über die erschrockene oder frustrierte Umwelt ausgießt und damit genau das Gegenteil von dem erreicht, was man ersehnt.


FOTO: DR. KARIN RASMUSSEN




Wie Du hörte auch ich in der Mitte der 80er Jahre erstmals von Coaching. In unserem Wissenschaftlerteam gab es eine Begeisterung für  diese „begleitende Beratung zur Steigerung der Sozialkompetenz von Führungskräften“ (ja, so umständlich haben wir den Begriff übersetzt, denn das Wort Coaching war zu amerikanisch!). Und wir gingen damit sofort  in die Unternehmen, in die Praxis. Wir wollten Führungskräften helfen, ihren Job erfolgreicher zu verrichten. Dort erlebten wir dann eine Überraschung: Was uns immer wieder begegnete, war nicht Anerkennung oder Lernbereitschaft, sondern Klagen, Klagen, Klagen. Wir waren für viele Führungskräfte die ersten, die sich für die menschliche Seite der Machtausübung interessierten. Und da wir zum Zuhören gekommen waren, machte man von unserer Aufmerksamkeit regen Gebrauch. Es war längst an der Zeit, endlich mal über die Schwierigkeiten der eigenen Person reden zu dürfen. Es musste endlich mal raus. Aber keiner glaubte daran, dass wie HELFEN könnten.

Damals habe ich zum ersten Mal ein Gefühl dafür bekommen, dass „die da oben“ es eben nicht leichter, sondern häufig sogar viel schwerer haben als andere. Es kommt nämlich sehr darauf an, wem sie von ihren Sorgen, Nöten und Schmerzen erzählen. Es ist wichtig, dass sie überhaupt jemanden finden, mit dem sie dies vertrauensvoll tun können. Und zwar ohne gleich als unfähig oder ungeeignet eingeschätzt zu werden. Erst wenn dieses Vertrauen vorhanden ist und die Sorgen und Nöte offengelegt sind, kann die Lösungssuche beginnen.

Liebe Lilli, dieser Absatz von Dir begeistert mich bei jedem Lesen wieder: „Die Klugen wussten schon immer, wie und wo sie sich Hilfe holen konnten. Und mit klug meine ich jetzt nicht unbedingt „hochbegabt“. … Wir erleben Tag für Tag, dass Hochbegabte nicht alles wissen, können, tun. Woher auch? Hochbegabung heißt ja nicht Omnipotenz.“
Wir wissen das. Genau! Und wir verstehen, dass es keine Schwäche ist, etwas nicht zu können, nicht zu wissen, nicht zu tun.

Lassen wir doch unsere Coachees einfach mal klagen! Sie brauchen das, denn auch sie leiden, nicht nur in ihrer Einbildung.

Und: Wir Coaches kommen ja auch nicht gleich mit dem „Vorschlags- Hammer“, wie vielleicht mancher befürchtet. Wir bewerten die Sorgen und auch die Lösungsideen unserer Gesprächspartner nicht nach „Richtig“ oder „Falsch“. Wir stellen sie nicht auf den Prüfstand der Tauglichkeit. Wir lassen unseren Coachees jede Freiheit, ihre eigene Sicht der Dinge darzulegen. Genau in dem Tempo und der Dramatik, die sie empfinden. Sie selbst entscheiden, was sie alleine machen – und was sie lernen wollen. Und wo sie Hilfe in Anspruch nehmen. Dein Magisches Dreieck aus Zielen + Selbstbewusstsein + Handicap ist auch für uns Coaches eine Art Leitfaden, ein Richtungsanzeiger durch den Coachingprozess. Mit uns können unsere Gesprächspartner ihre Ziele klären, um ihre Wünsche, Sehnsüchte und Visionen zu realisieren. Wir stärken ihr Selbstvertrauen. Und wir sehen uns mit ihnen gemeinsam die Handicaps an, die auf ihrem Weg liegen. Manche besprechen das vielleicht lieber mit einem guten Freund, einer Freundin, einem geliebten Menschen oder mit Gott. Für alle anderen sind wir da. Denn bei uns kommt noch eine andere Kategorie von Freiheit zum Tragen: Wir bleiben neutral. Wir sind nicht die Prüfungskommission, die einen Kandidaten auch mal durchfallen lassen kann (und will?).  Wir haben keine Ambitionen, dass unsere Coachees nach unserem Muster leben – sie sind nur sich selbst und ihren eigenen Zielen verpflichtet, nicht uns.

Das ist das Holz,  aus dem die Erfolgreichen „geschnitzt“ sind. Vielleicht geschnitzt im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht schmerzfrei in Ruhe und wohlgepflegt gewachsen, sondern in Kämpfen mit sich selbst und mit anderen erstarkt. Wohlgemerkt: Kämpfe MIT sich und MIT anderen – nicht immer nur GEGEN!

Und das ist mehr als pure erzwungene Pflichterfüllung. Das sind dann die Prüfungen, denen wir uns gestellt und die wir bestanden haben. Und auf die wir mit Recht bauen können. Und stolz sein. Dabei ist es gar nicht wichtig, ob andere diese Prüfungen schwierig finden, denn auch das ist ja für jeden ein ganz eigenes Maß. Der eine findet Feuerlaufen „doof“ (vor allem, wenn er es nur vom Hörensagen kennt), die andere hat sich durch eigene Erfahrung das unbeschreibliche Hochgefühl der Selbstüberwindung auf glühenden Kohlen zunutze gemacht, um daraus immer wieder Kraft zu schöpfen. Ich bin meinem verehrten Kollegen Werner Ehrhardt (11) bis heute dankbar, dass er mir diese Erfahrung anfangs der 90er Jahre ermöglicht hat. Und ich bin begeistert, dass auch Du dieses mächtige Stimulans kennst: Etwas zu schaffen, was man selbst nicht für möglich gehalten hätte.

Ehrlich, liebe Lilli, ich habe in meinem Leben in den schwierigsten Situationen immer jemanden gesucht und auch gefunden, der an meiner Seite mit mir gemeinsam „durchs Feuer gelaufen“ ist. Und das waren oft Kollegen. Coaches oder Berater, die nichts anderes getan haben, als mein Ich zu stärken. Und die das tun konnten, weil sie selbst stark sind. Nicht perfekt! Perfektion ist eine göttliche Eigenschaft, keine menschliche.  Aber es ist, wie Du schreibst: „Wer einmal Unmögliches getan hat – sieht die Welt mit anderen Augen an!

Und wer gerade verzaubert wurde – kann auch einen neuen Blick auf Pflicht und Neigung werfen!“


FOTO: DR. KARIN RASMUSSEN



Liebe Lilli, vielleicht hilft es so manchem Hochbegabten, wenn er sich mal verzaubern lässt? Unser Blog hier heißt ja nicht zufällig „Prometheus‘ Lobby“. Metaphorisch, also bildlich gesprochen, mögen wir die hoch Begabten daran erinnern, was Prometheus in Dichtung oder Wahrheit für die Menschen getan hat: Leben eingehaucht, Talente geschenkt und Feuer gebracht.

Und obwohl sie es ihm nicht angemessen gedankt haben als er noch unter ihnen weilte, ließ er sich davon nicht abhalten und sie nutzen es noch heute! So bleibt Prometheus nicht nur als Legende sondern auch als symbolischer Fürsprecher für die – im Unterschied zu den Göttern – unvollkommenen Menschen (12) im Bewusstsein.

Wir danken unserem Lieblingsdichter Goethe die eindringliche Darstellung von Prometheus‘ Kampfesmut und Menschenliebe, die auch uns im Coaching leitet.

Liebe Lilli, für mich steht am kommenden Wochenende wieder eine Begegnung mit der geballten Masse von Hochbegabten bevor: Mensa in Deutschland e.V. „feiert“ sein Jahrestreffen in Münster. Es wird wie immer ein wahres Fest an Geistesblitzen und Inspirationen geben und ich freue mich darauf! Und in meinem nächsten Brief werde ich wieder viel zu berichten haben. Aber vorher sehe ich erwartungsvoll Deiner Antwort entgegen. Hast Du schon Frühlingsblumen um Dich? Ich wünsche es Dir!



FOTO: DR. KARIN RASMUSSEN


Sei herzlich umarmt
Deine Karin


Prometheus

Bedecke deinen Himmel, Zeus
Mit Wolkendunst!
Und übe, Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn!
Musst mir meine Erde
Doch lassen stehn,
Und meine Hütte,
Die du nicht gebaut,
Und meinen Herd,
Um dessen Glut
Du mich beneidest.

Ich kenne nichts Ärmer’s
Unter der Sonn‘ als euch Götter.
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshauch
Eure Majestät
Und darbtet, wären
Nicht Kinder und Bettler
Hoffnungsvolle Toren.

Da ich ein Kind war,
Nicht wusst‘, wo aus, wo ein,
Kehrte mein verirrtes Aug‘
Zur Sonne, als wenn drüber wär‘
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.

Wer half mir wider
Der Titanen Übermut?
Wer rettete vom Tode mich,
Von Sklaverei?
Hast du’s nicht alles selbst vollendet,
Heilig glühend Herz?
Und glühtest, jung und gut,
Betrogen, Rettungsdank
Dem Schlafenden dadroben?

Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängstigten?
Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herrn und deine?

Wähntest du etwa,
Ich sollte das Leben hassen,
In Wüsten fliehn,
Weil nicht alle Knabenmorgen-
Blütenträume reiften?

Hier sitz‘ ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich. (13)


1 Otto von Bismarck: „Kanzler und Dämon“. Auf Phoenix gesendet   http://www.youtube.com/watch?v=DaLVWMKYdjw
4 Otto von Bismarck: „Kanzler und Dämon“. Auf Phoenix gesendet  http://www.youtube.com/watch?v=DaLVWMKYdjw
7  Håkan Nesser: eine ganz andere Geschichte. BTB Verlag, ISBN 978-3-442-74091-8, S.402
8 Zugeschrieben Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)
13  Johann Wolfgang Goethe (1749–1832): Prometheus (1774) http://de.wikisource.org/wiki/Prometheus_(Gedicht,_fr%C3%BChe_Fassung)

Sonntag, 3. März 2013

Wie meine Freundin mit Freude der Problem-Falle entkommen ist


Liebe Lilli,

herzlichen Dank für Deine vielen schönen Anregungen, die wunderbaren Bilder von Saskia-Marjanna Schulz und die Verweise auf interessante Studien! 

Ich hoffe sehr, dass unsere LeserInnen sich einige davon näher anschauen und sich dadurch auch inspiriert fühlen (und nicht einfach nur meinen, wir wollten durch diese umfangreichen Quellennachweise dubiosen Plagiatsvorwürfen entgehen).

Aber: ich bin vorläufig noch nicht fertig mit dem Thema mehr Pflicht als Neigung und wie Hochbegabte damit um gehen?

Es ist ja auch keine Thema, mit dem man fertig werden muss – aber weiterkommen würde ich damit schon gerne, auch im Interesse unserer Gesprächspartner.

Ich erlebe nämlich häufig, dass Gespräche mit Hochbegabten sehr schnell zu Problem-Diskussionen werden. Ja, es scheint sogar erwünscht zu sein und als besonders sinnvoll angesehen zu werden, aus jedem Gespräche eine tiefgründige Diskussion über die Probleme unserer Welt zu machen. Und besonders beliebt sind scheinbar Gespräche über die eigenen oder die Probleme des Gesprächspartners. Da kann man dann so richtig seine intellektuellen Fähigkeiten glänzen lassen: Problemanalyse, Lösungskompetenz, vermeintlich umfassendes Wissen – wovon das Gegenüber natürlich auch entsprechend aufweisen kann – und dann noch die „gute Tat“: Helfer sein!

Komisch nur, dass all die fantastischen Analysen und Lösungsvorschläge so häufig mit „Ja, aber…“ beantwortet werden! Will der/die nicht geholfen kriegen??? Hat der/die überhaupt die neuesten Studien, Bücher oder Artikel zum Thema gelesen? Oder das super-zutreffende Comedy-Video gesehen? Den „Pabst“ (also die anerkannteste Autorität zum Thema) gehört?

Häufig wird aus solchen Gesprächen ein regelrechter Wettbewerb darüber, wer mehr weiß und deshalb mehr Recht hat. Und in der Regel geht dieser Wettbewerb unentschieden aus – wobei sich jeder als Sieger fühlen kann, weil der/die andere ja nicht mal … xyz … wusste, also nicht ganz so intelligent sein kann, wie man selber. Natürlich denkt man das nur! Es auszusprechen würde ja auch nichts bringen.

Du beschreibst sehr schön, wie wir durch das Überangebot an Informationen einerseits überfordert und gestresst werden, andererseits aber sehr gut Bescheid wissen: wir lesen „…die Newsletter von einem halben Dutzend Medien, haben nebenher n-tv oder N24 eingeschaltet – manchmal auf einem weiteren TV-Gerät auch noch BBC oder CNN. Und wir lassen uns die BREAKING NEWS per SMS schicken, ... kennen stets die aktuellen Börsendaten und behalten den Überblick, wer wo im Sport soeben gewonnen hat … Wir sind Weltbürger und wissen Bescheid.“

Nun ja, Fernsehen ist bei vielen Hochbegabten eher out, sogar ziemlich verpönt. Und gedruckte Zeitungen werden auch weniger gelesen, online erfährt man ohnehin immer das Wichtigste. Und dort findet man auch am ehesten das Besondere – die Quellen für das, was mich interessiert, scheinen unerschöpflich.
Für Neugier gibt es also ausreichend Futter. Wir haben gar nicht genug Zeit, alles zu nutzen. Ständig haben wir das Gefühl, ganz Entscheidendes zu verpassen. Und schon ist der Stress wieder da: Noch mehr, noch schneller, noch aktueller, tiefer, breiter informiert zu sein – das ist einfach nicht machbar! Wir stoßen an unsere Grenzen. Und haben endlich wieder ein Problem, über das zu diskutieren lohnt. Und über das jeder mitreden kann. Und will.

Ketzerisch ausgedrückt: Problemlöser brauchen Probleme, und die kriegen sie, egal wie!!!

Diese Falle stellen wir uns immer wieder selbst: Klagen, stöhnen, jammern – und als Begründung Probleme vor uns selbst und vor anderen ausbreiten.




Foto 1 Probleme finden sich überall und immer
Foto: DR. KARIN RASMUSSEN

Dabei wird unsere Neugier schnell zur Versuchung: Müssen/Wollen wir vielleicht aus Neugier Probleme wälzen? Sind wir - wie Du schreibst – „zunehmend zu Bildungspolitikern geworden (ganz zu schweigen von ADHS-ADS-Gelehrten), für unsere Gross-/Eltern immer öfter zu Gesundheitsexperten“ – aus Neugier? Managen wir unsere Love Story, unsere Karriere, unseren täglichen Lebensablauf, unsere Hobbys, unseren Urlaub – um unsere Problemlösungskompetenz unter Beweis zu stellen?
Um zu zeigen, was wir „drauf haben“?
Sind wir wirklich zu all dem gezwungen?
MÜSSEN wir all das tatsächlich tun und sein?

Oder tun wir das alles einfach nur, weil es eben geht? Weil es für all diese Aufgaben und Themen immer bessere Möglichkeiten gibt, sich zu informieren, mitzureden, sich einzumischen?

Und weil wir einen „entgangenen Vorteil“ befürchten, wenn wir es nicht tun? Besonders bei den Eltern hochbegabter Kinder kann man diesen Eindruck leicht gewinnen: sie wollen für ihre Kinder die bestmöglichen Entwicklungschancen und fühlen sich schuldig, wenn sie diese nicht wahrnehmen können.

Wir könnten täglich so viele Dinge tun – und könnten damit so viel erreichen, wenn …
… wir genau wüssten,
was es bringt
ob es sich lohnt
ob wir es schaffen
ob wir nicht etwas „Besseres“ verpassen!

Mir gefällt sehr, wie Stefan Frädrich (1) zum rechtzeitigen Scheitern auffordert! Für mich verbirgt sich dahinter die bewusste Entscheidung, sich mit bestimmten Problemen NICHT zu befassen, auch wenn es möglich wäre. Bewusst auf das Wissen und Können von Spezialisten zu vertrauen, auch wenn ich mir selbst mehr Wissen aneignen könnte (und ihnen dann Paroli bieten dürfte?). Der Aufwand, den ich treiben müsste, um immer und überall gut zu sein und  ernsthaft mitreden zu können, wäre viel zu hoch. Ganz abgesehen davon, ob es mir Vergnügen bereiten würde, ob ich damit glücklicher wäre. Und auch abgesehen davon, ob ich oder irgendjemand es brauchen könnte. Wunderbar, wie er den Begriff der „Opportunitätskosten“ (2) (gemeint ist der fiktive Verlust durch ungenutzte Chancen) auf ganz alltägliche Entscheidungen überträgt.

Ich wünsche mir für unsere hochbegabten Coachees manchmal ein früheres Scheitern bzw. rechtzeitige, also frühe Probleme. Sie würden dann nicht so häufig dem Irrtum unterliegen, dass sie etwas leicht und schnell Gelerntes nun auch „können“. Sie würden nicht hoffen, damit Erfolg zu haben. Und sie würden früher aufhören mit Bemühungen, die sie nicht weiter bringen. Durch rechtzeitiges Scheitern hätten sie die Chance zum Umdenken auf die Frage: Was hat mir besonders lange und viel Spaß gemacht weil es nachhaltig Erfolg brachte?

Und dann könnten sie den für ihre Persönlichkeit so wichtigen sozialen Aspekt dieses Erfolges kritisch analysieren:

Bestand dieser Erfolg aus einem kontinuierlichen Prozess von
  • Zuwendung, anschließender Akzeptanz,  darauf beruhender Anerkennung, wachsendem Respekt, damit verbundener partnerschaftlicher Kooperation, motivierender Forderung nach mehr, angemessener finanzieller Vergütung und zusätzlicher Förderung


oder aber
  • folgte auf Zuwendung herablassende Akzeptanz (von Dir habe ich nichts anderes erwartet), anmaßende Forderung nach mehr (für Dich ist das keine Mühe), emotionale Erpressung (ich denke Du bist hochbegabt?)  am Ende die institutionalisierte Ausbeutung (wozu bist Du denn hochbegabt?)

Wenn der Erfolg gar kein echter Erfolg gewesen ist, sondern eher ihr Selbstbewusstsein beschädigt hat, dann lohnt sich keine weitere Mühe. Dann ist es auch nicht mehr sinnvoll, durch Anstrengung und Durchhalten doch noch beweisen zu wollen, dass die Hochbegabung zu beinahe allem befähigt. Oder sogar den anderen Vorwürfe wegen ihrer Ignoranz zu machen. Sie der Intoleranz oder der Gemeinheit zu bezichtigen. Das alles kostet Energie, schafft neue Probleme und macht nicht erfolgreicher. Denn trotz Hochbegabung hat jede Persönlichkeit ja ihre individuellen Interessen und Stärken, auf die man bauen kann und die sich zu entwickeln lohnt – und manche Schwäche! Aber um die eigenen Stärken zu erkennen, nützt der permanente Wettbewerb mit allen und jedem herzlich wenig!

Dafür ist es viel sinnvoller, wie schon Dein Psychologie-Kollege (und nicht nur der!) gefordert hat, immer wieder „Frei-Stunden und freie Tage einzulegen. Um in die Stille zu gehen. Um wieder zu uns selbst zu kommen.“ Also sich selbst loszulassen, sich die Freiheit zu nehmen für Spaß und Freude, sich etwas Gutes zu tun – einfach weil es gut tut!




Foto 2 Stille-Mitten in Berlin
Foto: DR. KARIN RASMUSSEN

Ich habe da ein paar tolle Vorbilder, wie meine Freundinnen der Problemfalle entkommen. Sie tun was Spaß macht, wann immer es geht. Auch wenn sie statt dessen gerade etwas viel Wichtigeres/Sinnvolleres tun könnten! Eine von ihnen war Silvester mit mir unterwegs – eigentlich schon Neujahr, ein Sektglas in der Hand, den Beutel mit den Stiefeln in der anderen (zum „vernünftigen“ Umziehen waren wir zu faul) im Berliner Untergrund zwischen U-und S-Bahn inmitten eines Stromes fröhlich feiernder Massen. Und plötzlich: ein Urschrei! Das pure Glück schrie aus dieser erfolgreichen Führungskraft, Mutter erwachsener Kinder und gerade wieder Fernstudentin. Worüber sie so glücklich war, dass sie einfach schreien musste? Nun, sie war in Berlin! Silvester! Die größte Party in Deutschland! Mitten drin – ihr Schrei übertönte den allgemeinen Lärm nur für wenige Sekunden, dann wurde er beantwortet! Wie mir schien: Tausendfach. Sie war nicht allein. Es gab viele, die genau in diesem Augenblick genau das Gleiche fühlten wie sie. Und es war ganz unwichtig, wer sie war, was sie wusste, wie sie aussah. Grandios!

So ähnlich habe ich mich auf dem Dach des Mailänder Doms gefühlt: Neben der stillen Freude am Schönen hat mich eine tiefe Dankbarkeit für das Können der vielen Meister erfüllt, die uns solche grandiosen Schätze schaffen und erhalten. Ich war ergriffen vom Glück.

Eine andere Freundin ist begeisterte Ballettliebhaberin. Sie ist weder jung noch hat sie die Voraussetzungen zur professionellen Tänzerin je gehabt, eher im Gegenteil. Aber sie liebt das Ballett. Und weil sie beruflich verantwortlich ist, sich um die kulturellen Belange einer mittelgroßen Stadt in Mitteldeutschland zu kümmern, hat sie natürlich auch hier mit Tänzern, Choreografen, Intendanten usw. zu tun. Ganz begeistert erzählte sie mir kürzlich, dass sie zu einer Ballettprobe eingeladen war und mittanzen durfte. Sie war Gast, sie wird nicht auf der Bühne stehen, die Tänzer sind ihr haushoch überlegen – aber sie hat mit ihnen gemeinsam getanzt und war glücklich! Und das besonders Schöne: die Künstler fühlten sich respektiert und anerkannt, weil mal ein „Funktionär“ sich von ihrer schweren Probenarbeit einen ganz persönlichen Eindruck verschafft hatte! Meine Freundin war so glücklich, dass sie mich gleich anrufen und davon berichten musste. Natürlich wusste sie um ihre tänzerische Unvollkommenheit – sie konnte gemeinsam mit den Künstlern darüber lachen. Aber es war ein Lachen ohne Häme über sich selbst, über eigenes Scheitern, in dem schon der nächste Erfolg steckt.




Foto 3 Freude am Schönen
Foto: DR. KARIN RASMUSSEN

Liebe Lilli, ich bin Dir so dankbar für Deinen Hinweis auf die Forschung von Willibald Ruch und seinen Kollegen (3)! „Wer Neugier, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Enthusiasmus, Kreativität, Sinn für das Schöne, Freundlichkeit, Liebe zum Lernen und Weitsicht regelmäßig übt, steigert sein geistiges Wohlbefinden.“ Toll! Super! Endlich mal ein Programm was nicht nach Problemen, sondern nach Spaß und Freude klingt! Und die Forscher konnten auch nachweisen, dass „vor allem jene Personen profitierten, die im Verlauf der Trainingszeit sowohl ihre Handlungen und Gefühle besser steuern lernten, als auch mehr Enthusiasmus entwickelt hatten.“ Auch Hochbegabte dürfen und sollten zuerst sich selbst verpflichtet sein.

Der Volksmund sagt „Jeder ist seines Glückes Schmied“ und meint: Bring für Dein eigenes Glück selbst die größte Mühe auf, tu für Dich selbst auch das Schwierige. Der „Schmied“ hat also einen schweren Beruf, der macht auch mal müde. Also hast Du die Pausen verdient und die Glücksmomente! Aber auch die musst Du Dir selbst „organisieren“! Du kannst nicht erwarten, dass die Gesellschaft, Dein Chef, die Kollegen, die Familie oder Deine Freunde Dir dieses Glück gefälligst liefern.

Du musst Dich selbst aufwecken, statt wie viele Hochbegabte es leider tun, als „Dornröschen“ 100 Jahre zu warten und zu träumen, dass ein schöner Prinz kommt und Dich wachküsst. (4)  Dann wirst Du sehen: Auch Du kannst wie Goethes Iphigenie über Dich hinauswachsen. Erst nach schweren Kämpfen und Katharsis wächst sie, die einst dem Tod geweiht war,  zu ihrer wahren Größe. Du selbst musst wahrscheinlich gar nicht so dramatische Leiden ertragen und Gefahren überstehen wie Iphigenie. Du wirst vielleicht nie einem anderen das Leben retten müssen. Aber für Deine eigene Rettung kannst und musst  Du etwas tun: Deine besten Eigenschaften erkennen und stärken.

Soweit der Volksmund. Und nun liefert auch noch die Wissenschaft den Beweis, dass das geht.

Liebe Lilli, Dein sympathischer Vorschlag, das Lachen zu steigern kann noch ergänzt werden – denn Hochbegabte können ja auch komplex vorgehen: Wenn sie sich z.B. zunächst nach dem Vorbild der Schweizer Wissenschaftler ein Stärken-Profil erstellen:

Wie stark bin ich auf einer Skala von 1-10 in folgenden Eigenschaften
(1 = ganz schwach, 10 = ganz stark)



·         Neugier
·         Dankbarkeit
·         Optimismus
·         Humor
·         Enthusiasmus
·         Kreativität
·         Sinn für das Schöne
·         Freundlichkeit
·         Liebe zum Lernen
·         Weitsicht


Das ist gar nicht so schwierig, denn hier geht es ja nicht um Leistungsbeurteilung und nicht um Fähigkeiten oder Kenntnisse – sondern um ganz normale menschliche Eigenschaften.

Zu diesen Fragen können sie dann auch noch Freunde, Kollegen, Verwandte in einem entspannten Augenblick um Antwort bitten. Sie werden sich vielleicht nicht über jede Antwort freuen können – aber sie werden Chancen erkennen!
Und dann ein Trainingsprogramm aufstellen, mit dem sie jeden Tag ein bisschen glücklicher und stärker werden können. Dann wird die Freude riesengroß – immer mal wieder.




Foto 4 Land in Sicht
Foto: DR. KARIN RASMUSSEN (5)

Liebe Lillii, jetzt ist die Faschingszeit vorbei und Ostern steht uns bevor – und es wird Frühling! Bei uns scheint schon gelegentlich die Sonne durch das ewige Berliner Grau. Das macht alles gleich viel fröhlicher.
Ich wünsche Dir für jeden Tag mindestens einen Augenblick der Stille und eine gute Nachricht – damit Dir der Frohsinn erhalten bleibt.
Sei umarmt

Deine Karin

5 DR. KARIN RASMUSSEN http://www.icfl.de/HomePage